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1. Oberarmprothese/2. Oberflächenersatz/3. Schultertotalprothese/4. Inverse Schulterendoprothese

Die Schulterprothese – Aufbau, Material, Haltbarkeit

Mithilfe einer modernen Schulter-Endoprothese können Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit des Schultergelenks verbessert werden. Dies erhöht die Möbilität in Alltag, Beruf und Freizeit und damit die Lebensqualität allgemein. 

Die Wahl der richtigen Schulter-Endoprothese
Bei jedem Patienten sind die Größen- und Winkelverhältnisse des Oberarmkopfes und der Gelenkpfanne unterschiedlich ausgeprägt. Eine Schulter-Endoprothese wird diesen Unterschieden individuell gerecht. Ersetzt das künstliche Gelenk den verschlissenen Knorpel am Oberarmkopf, verwendet man eine Oberarmkopfprothese. Wird außerdem auch die Gelenkpfanne ersetzt, handelt es sich um eine Schultertotalendoprothese. 

Ersatz des Oberarmkopfes bei Arthrose
In bestimmten Fällen reicht es aus, nur den Oberarmkopf durch eine Endoprothese zu ersetzen. Dies ist dann der Fall, wenn die Gelenkpfanne noch einen ausreichenden Knorpelüberzug und keine zu starke Deformierung aufweist. In diesem Fall stehen zwei unterschiedliche Endoprothesentypen zur Auswahl. 

Zumeist kommt eine Oberarmkopfprothese zum Einsatz. Sie ermöglicht eine exakte Wiederherstellung der ursprünglichen Größen- und Achsverhältnisse. Bei dieser Variante wird der Schaft der Prothese im Knochenrohr des Oberarms verankert. Diese Verankerung ist so stabil, dass 99% der Implantate auch nach 10 Jahren noch voll funktionsfähig sind. 

Bei einem alternativen Verfahren wird der natürliche Knochen weitgehend erhalten. In diesem Fall wird nur die Oberfläche des Oberarmkopfes abgetragen und abschließend mit einer Metallkappe, einem so genannten Oberflächenersatz, versehen. Auf eine zusätzliche Verankerung im Knochenrohr kann dabei verzichtet werden. Dieses Verfahren ist allerdings nicht geeignet bei ausgedehnten Substanzdefekten, da der Oberarmkopf dann nicht stabil verankert werden kann. 

Ersatz des Oberarmkopfes und der Gelenkpfanne bei Arthrose
Unter Umständen ist es notwendig, beide Gelenkteile zu ersetzen. Insbesondere dann, wenn sowohl der Oberarmkopf als auch die Gelenkpfanne schwere Knorpelschäden und eine deutliche Deformierung aufweisen. Mit einer solchen Schultertotalendoprothese haben Patienten in der Regel deutlich weniger Schmerzen und eine bessere Gelenkbeweglichkeit als Patienten mit einer Oberarmkopfprothese. 

Allerdings kann die Gelenkpfanne nicht in allen Fällen ersetzt werden, zum Beispiel bei sehr steifen Gelenken, bei Patienten mit hoher Schulterbelastung oder bei schweren Knochensubstanzverlusten. Der Ersatz der Gelenkpfanne wird in den meisten Fällen in den Knochen der Pfanne einzementiert. Nach ca. 10 Jahren müssen etwa 5-10% der künstlichen Gelenkpfannen entfernt werden, da sie sich gelockert haben. Sie werden dann, soweit möglich, durch ein neues Implantat ersetzt. 

Gelenkersatz bei Arthrose und schwerem Sehnenschaden
Wird neben der Arthrose zusätzlich eine starke Schädigung der Rotatorenmanschette diagnostiziert, kann eine spezielle Endoprothese erforderlich sein, um die Beweglichkeit des Arms wiederherzustellen: die so genannte inverse (umgekehrte) Endoprothese. Dabei wird, anders als bei den herkömmlichen Schultertotalendoprothesen, der Prothesenkopf an der Gelenkpfanne verankert. Diese inverse Endoprothese ist für die Gelenkbewegung nicht auf die Rotatorenmanschette angewiesen. 

Die biomechanische Funktion dieses Implantats besteht in der Vordehnung des oberflächlichen Deltamuskels. So wird die fehlende Kraftentwicklung der geschädigten Rotatorenmanschette ausgeglichen, und der Arm kann angehoben und abgespreizt werden. 

Der Endoprothesenkopf wird in der Gelenkpfanne zementfrei verschraubt, im Oberarm zumeist mit Knochenzement. Im oberen Teil der Oberarm-Endoprothese wird eine spezielle Gleitschale aus Polyethylen eingelegt, die dann um den künstlichen Gelenkkopf gleiten kann. 

Diese inverse Endoprothese kommt zumeist bei Patienten ab 65 Jahren zum Einsatz. Allerdings sind hier grundsätzlich eine unversehrte Deltamuskulatur und eine gute Knochensubstanz zur stabilen Verankerung des Endoprothesenkopfes in der Schulterpfanne unerlässlich. 

Material, Verankerung und Haltbarkeit
Künstliche Schultergelenke bestehen aus speziellen Titan- oder Chrom-Chrom-Legierungen, die sehr körperverträglich sind. Je nach Qualität der Knochen werden sie zementiert oder zementfrei eingesetzt werden. Bei Patienten über 70 Jahren kommt zumeist schnell härtender Kunststoff zum Einsatz, der so genannte Knochenzement. Auch die Gelenkpfanne wird fast ausschließlich mit einem speziellen, sehr harten Kunststoff (hoch vernetztes Polyethylen) im Knochen verankert. 

Die Haltbarkeit eines modernen künstlichen Schultergelenks beträgtca. 10–15 Jahre, wobei hier die Qualität des Knochens, dieBeanspruchung sowie Material und Design der Endoprothese einewesentliche Rolle spielen. Nach eingehenden Untersuchungen wird IhrOperateur gemeinsam mit Ihnen entscheiden, welcher Endoprothesentyp fürSie in Frage kommt, und welche Art der Verankerung im Knochen für Sieam besten geeignet ist. Wichtige Entscheidungskriterien sind hier dasLebensalter, die Qualität der Knochen und das Ausmaß der Arthrose undder Schädigung der Rotatorenmanschette. 

 
   
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