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Fragen und Antorten zum künstlichen Hüftgelenk

Wann brauche ich ein künstliches Hüftgelenk (Hüft-Endoprothese)?
Gründe für den Hüftgelenkersatz können sein: 

Die Arthrose
Bei der Arthrose, auch als Coxarthrose bezeichnet, kommt es zum Verschleiß des Knorpels der Gelenkflächen. Die Gelenkflächen, also Knochen auf Knochen, reiben aufeinander und erzeugen dadurch starke Schmerzen. Ein recht häufiges Krankheitsbild, das kontinuierlich fortschreitet.  

Die Hüftkopfnekrose
Dabei kommt es aufgrund von Durchblutungsstörungen zum Absterben der Knochenstruktur im Hüftkopf. Das kann zur Zerstörung der Gelenkfläche führen. 

Weitere Gründe können Folgen aus Unfällen sein wie Verrenkungen und Brüche, insbesondere dem Schenkelhalsbruch.  

Liegt eine klare Diagnose vor und sind alle Möglichkeiten nicht operativer Behandlungsmethoden, wie physiotherapeutische Übungen, bestimmte Formen der Elektrotherapie oder entzündungshemmende Medikamente, ausgeschöpft, sollte der Ersatz des Hüftgelenkes in Betracht gezogen werden.  

Durch das Implantieren eines künstlichen Hüftgelenks können bei ungefähr 90 % der Betroffenen eine deutliche Schmerzlinderung sowie eine erhebliche Verbesserung der Beweglichkeit erreicht werden. Die Lebensqualität verbessert sich spürbar.  

Wie lange dauert der Eingriff, der Krankenhausaufenthalt und die Rehabilitation?
Je nach Art und Umfang benötigt der Chirurg für die Operation 1–2 Stunden.  

Der stationäre Aufenthalt nach dem Eingriff beträgt in der Regel ein bis zwei Wochen. Schon einen Tag nach der Operation können Sie mit Unterarmstützen und unter Aufsicht eines Physiotherapeuten einige erste Schritte gehen. Im Anschluss an den Klinikaufenthalt folgt eine intensive Rehabilitationsphase in einer entsprechenden Reha-Klinik oder ambulant. Im Regelfall dauert es ca. drei bis sechs Monate bis Sie in Ihren gewohnten Alltag zurückkehren können.  

Was sollte ich vor der Operation beachten, wie soll ich mich vorbereiten?
Nutzen Sie die verbleibende Zeit bis zum geplanten Eingriff, um Ihren allgemeinen Gesundheitszustand so weit wie möglich zu verbessern. Denn je fitter Sie vor der Operation sind, desto schneller werden Sie nach der Operation fit sein. Geben Sie das Rauchen auf. Reduzieren Sie weitestgehend Alkoholkonsum. Reduzieren Sie Übergewicht, ernähren Sie sich gesund. Verbessern Sie Ihre allgemeine Fitness, stärken Sie moderat Ihre Muskulatur. So können Sie das Risiko, das bei jeder Operation besteht, reduzieren.  

Die stationäre Aufnahme erfolgt in den meisten Fällen am Tag vor der Operation.
Sie werden nochmals über den geplanten Eingriff aufgeklärt und auf Narkosefähigkeit untersucht.  

Sollten Sie regelmäßig Medikamente wie z. B. blutgerinnungshemmende Medikamente (Aspirin) einnehmen, sprechen Sie unbedingt rechtzeitig vor der Operation (mind. 3 Wochen) mit Ihrem Arzt darüber.  

Ein erhöhter Blutverlust, der eine Bluttransfusion erforderlich macht, kann nicht ausgeschlossen werden. Hier besteht die Gefahr einer Infektion. Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit, sich beispielsweise mit HIV zu infizieren, bei unter 1:4 Millionen. Wir fangen Ihr Blut während der Operation in einem speziellen Gerät auf, wo es so aufbereitet wird, dass es Ihnen noch während der Operation wieder refundiert werden kann.  

Wie kann ich mich vorher auf die Situation nach der Operation vorbereiten?
Ihre Mobilität wird noch eingeschränkt sein. Daher sollten Sie noch vor der Operation für ausreichend Hilfsmittel, die Ihnen das Leben erleichtern, sorgen: wie z. B. zusätzliche Haltegriffe in Bad und WC, ein schnurloses Telefon oder Handy, drehbarer Badewannen-Sitz, Greifarm, Strumpfanzieher.  

Auch das Trainieren mit Gehhilfen, wie Unterarmgehstützen, Gehstöcken oder Gehwagen, zu gehen kann nützlich sein.  

Worauf muss ich mich nach einer Hüftoperation einstellen?
In den ersten Wochen nach der akuten Phase im Krankenhaus müssen Sie mit einem intensiven Rehabilitationsprogramm im Rahmen eines Reha-Klinikaufenthaltes oder einer ambulanten Rehabilitation rechnen. Auch danach können von Fall zu Fall weitere physiotherapeutische Maßnahmen im ambulanten Rahmen angezeigt sein. Dabei geht es in erster Linie darum, die Mobilität weiter zu verbessern und die Muskulatur, die das Hüftgelenk stabilisiert, aufzubauen bzw. zu stärken. Für den Behandlungserfolg spielt Ihre persönliche 

Bereitschaft, auch über diese Maßnahmen hinaus – z. B. durch aufgezeigte Übungen – etwas zu tun, eine entscheidende Rolle. Halten Sie sich auch unbedingt an die mit dem Arzt festgelegten Nachuntersuchungen. Nur so kann ein langfristiger Erfolg der Hüftprothese ermöglicht werden.  

Was bedeutet minimal-invasives Operieren?
Beim Gelenkersatz werden Teile des Knochens entfernt und durch Prothesen ersetzt. Geht der Operateur bei der Hüftarthrose (Coxarthrose) minimal-invasiv vor, dann verschafft er sich den Zugang zum Gelenk durch kurze Hautschnitte und vorhandene Lücken zwischen den Muskeln. Umliegendes Weichteilgewebe wird möglichst geschont, was nicht zuletzt auch von kosmetischer Bedeutung ist. Der entscheidende Vorteil dabei ist, dass Sie nach der Operation wieder deutlich schneller auf den Beinen sind.  

Allerdings lässt sich nicht jede Hüfte minimal-invasiv operieren. Stark übergewichtige bzw. sehr muskulöse Patienten haben dadurch keinen Vorteil, weil Fettgewebe und Muskelmassen den Zugang erschweren.  

Welche Risiken oder Komplikationen treten bei einer Hüftgelenkoperation auf?
Die Implantation eines Hüftgelenks gehört nicht zu den Notfalloperationen, sondern kann sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Somit können im Vorfeld eine Reihe von Vorbereitungen zur Vermeidung von Komplikationen getroffen werden. Dennoch können, wie bei jeder Operation, Komplikationen nie hundertprozentig ausgeschlossen werden. 

In seltenen Fällen kann es bei einem Kunstgelenk zum Auskugeln der Prothese, der sogenannten Luxation, kommen. Der Hüftkopf springt dabei aus der Hüftpfanne. Dieser Fall ist schmerzhaft und macht häufig eine Narkose erforderlich, um das Gelenk wieder einzurenken. 

Eventuell auftretende Infektionen können eine erneute Operation notwendig machen. 

Die mögliche Bildung von Hämatomen (Blutergüssen) erzeugt lediglich Schwellungen an der Hüfte und am Oberschenkel. Hier sind selten operative Eingriffe erforderlich.  

Bei ca. 2% der Patienten, die eine Hüft-Totalendoprothese eingesetzt bekommen, können zeitlich begrenzte Nervenschäden auftreten. Nur bei 0,5& bleiben Nervenschäden dauerhaft zurück.  

Außerdem kann das Einsetzen der Prothese Ursache für unterschiedliche Beinlängen sein. Allerdings beträgt der Unterschied in der Regel weniger als 1 cm, was sich auf die Funktionalität nicht auswirkt.  

Wie oft muss ich nach dem Hüftgelenkersatz zur Kontrolluntersuchung?
Die ersten Kontrolluntersuchungen nach sechs und nach zwölf Wochen sind sehr wichtig. Dabei wird jeweils mit einem Röntgenbild untersucht ob die Prothese richtig und fest sitzt. Außerdem können Veränderungen wie z. B. Verkalkungen an der Kapsel oder die Reaktion der Knochen auf eine zementfreie Prothese gesehen werden. Ein Jahr nach der Operation sollte eine weitere Kontrolle statt finden. Der weitere Kontroll-Rythmus richtet sich vor allem nach Ihrem Befinden und sollte gemeinsam mit dem Arzt festgelegt werden. Im Allgemeinen rechnet man alle zwei Jahre mit Kontrollen. Bei jüngeren Patienten ohne Beschwerden reichen auch Kontrolluntersuchungen im Abstand von 3–5 Jahren aus.  

Wie lange hält ein künstliches Hüftgelenk?
Die durchschnittliche Haltbarkeit eines künstlichen Hüftgelenkes liegt bei 15–20 Jahren.  

Was muss ich berücksichtigen, wenn ich ein künstliches Hüftgelenk habe?
Bedenken Sie bei allem, was Sie tun, dass das künstliche Gelenk nicht so belastbar ist wie es Ihr natürliches Hüftgelenk vorher war. 

Sportarten mit starker Erschütterung oder Drehbewegung und Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr, wie z. B. Ballsportarten, Tennis, Reiten oder alpiner Skilauf sind nicht geeignet. 

Geeignete Sportarten sind:

• leichte Gymnastik im und außerhalb des Wassers

• Wandern in leichtem Gelände

• Radfahren (mit Damenrad, da hier leichtes Auf- bzw. Absteigen möglich ist)

• Schwimmen (besonders Kraulen)

Reduzieren Sie unbedingt Übergewicht. Vermeiden Sie starke Belastungen durch Heben von Lasten. Tragen Sie Schuhe mit weichen Sohlen, um Stöße besser abfedern zu können. Belasten Sie Ihre Gelenke immer möglichst gleichmäßig, nicht einseitig.

 
   
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