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Fragen und Antworten zum künslichen Kniegelenk

Wann brauche ich ein künstliches Kniegelenk (Knie-Endoprothese)?
Sind alle Möglichkeiten sowohl konservativer als auch operativer (arthroskopischer) Behandlungsmethoden ausgeschöpft oder nicht anwendbar, kann der Ersatz des Kniegelenkes angezeigt sein. Eine zwingende Notwendigkeit gibt es jedoch grundsätzlich nicht. Die Frage kann nur der/die Betroffene gemeinsam mit dem behandelnden Arzt beantworten.  

Bei folgende Indikationen kann der Gelenkersatz empfohlen werden: 

  • Starke Schmerzen bei Belastung und/oder im Ruhezustand mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität
  • Zunehmende Bewegungseinschränkung des Gelenkes
  • Fortgeschrittene Arthrose
  • Fehlstellungen der Beine (O- bzw. X-Beine) 

Durch das Implantieren eines künstlichen Kniegelenks können bei ungefähr 90 Prozent der Betroffenen eine deutliche Schmerzlinderung sowie eine erhebliche Verbesserung der Beweglichkeit erreicht werden. Die Lebensqualität verbessert sich spürbar.  

Wie lange dauert der Eingriff, der Krankenhausaufenthalt und die Rehabilitation?
Je nach Art der Prothese und den individuellen Umständen rechnet man für die Operation mit ein bis zwei Stunden. 

Der stationäre Aufenthalt nach dem Eingriff beträgt in der Regel zwei bis drei Wochen. Schon am ersten Tag nach der Operation beginnt der Physiotherapeut mit der Mobilisierung. Im Anschluss an den Klinikaufenthalt folgt eine intensive Rehabilitationsphase in einer entsprechenden Reha-Klinik oder ambulant. Im Regelfall dauert es ca. drei Monate, in seltenen Fällen bis zu einem Jahr nach der Operation, bis Sie normal gehen können.  

Was sollte ich vor der Operation beachten, wie soll ich mich vorbereiten?
Nutzen Sie die verbleibende Zeit bis zum geplanten Eingriff, um Ihren allgemeinen Gesundheitszustand so weit wie möglich zu verbessern. Denn je fitter Sie vor der Operation sind, desto schneller werden Sie nach der Operation fit sein. Geben Sie das Rauchen auf. Reduzieren Sie weitestgehend Alkoholkonsum. Reduzieren Sie Übergewicht, ernähren Sie sich gesund. Verbessern Sie Ihre allgemeine Fitness, stärken Sie moderat Ihre Muskulatur. So können Sie das Risiko, das bei jeder Operation besteht, reduzieren.  

Die stationäre Aufnahme erfolgt in den meisten Fällen am Tag vor der Operation.
Sie werden nochmals über den geplanten Eingriff aufgeklärt und auf Narkosefähigkeit, Bewegungsumfang und Gelenkstabilität untersucht.  

Sollten Sie regelmäßig Medikamente, z. B. blutgerinnungshemmende Medikamente, einnehmen, sprechen Sie unbedingt rechtzeitig vor der Operation (mind. 3 Wochen) mit Ihrem Arzt darüber. 

Ein erhöhter Blutverlust, der eine Bluttransfusion erforderlich macht, kann insbesondere bei einer Totalendoprothese nicht ausgeschlossen werden. Hier besteht die Gefahr einer Infektion. Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit, sich beispielsweise mit HIV zu infizieren, bei unter 1:4 Millionen. Um der Gefahr gänzlich aus dem Wege zu gehen, besteht die Möglichkeit einer Eigenblutspende ca. 2–3 Wochen vor dem Eingriff. Auch das sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. 

Wie kann ich mich vorher auf die Situation nach der Operation vorbereiten?
Ihre Mobilität wird noch eingeschränkt sein. Daher sollten Sie noch vor der Operation für ausreichend Hilfsmittel, die Ihnen das Leben erleichtern, sorgen: wie z. B. zusätzliche Haltegriffe in Bad und WC, ein schnurloses Telefon oder Handy, drehbarer Badewannen-Sitz, Greifarm, Strumpfanzieher.   

Auch das Trainieren mit Gehhilfen, wie Unterarmgehstützen, Gehstöcken oder Gehwagen, zu gehen kann nützlich sein. 

Worauf muss ich mich nach einer Knieoperation einstellen?
In den ersten Wochen nach der akuten Phase im Krankenhaus müssen Sie mit einem intensiven Rehabilitationsprogramm im Rahmen eines Reha-Klinikaufenthaltes oder einer ambulanten Rehabilitation rechnen. Auch danach können von Fall zu Fall weitere physiotherapeutische Maßnahmen im ambulanten Rahmen angezeigt sein. Dabei geht es in erster Linie darum, die Kraft, Koordination und Beweglichkeit des Kniegelenkes und des Beines wiederzuerlangen. Für den Behandlungserfolg spielt Ihre persönliche Bereitschaft, auch über diese Maßnahmen hinaus – z. B. durch aufgezeigte Übungen – etwas zu tun, eine entscheidende Rolle. Halten Sie sich auch unbedingt an die mit dem Arzt festgelegten Nachuntersuchungen. Nur so kann ein langfristiger Erfolg der Knieprothese ermöglicht werden.  

Welche Risiken oder Komplikationen treten bei einer Kniegelenkoperation auf?
Die Implantation eines Kniegelenks gehört nicht zu den Notfalloperationen, sondern kann sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Somit können im Vorfeld eine Reihe von Vorbereitungen zur Vermeidung von Komplikationen getroffen werden. Dennoch können, wie bei jeder Operation, Komplikationen nie hundertprozentig ausgeschlossen werden.   

In seltenen Fällen (unter einem Prozent aller Fälle) kann es zur Ausbildung von Blutgerinnseln (Thrombose) in den Beinen, Infektionen der Knieprothese oder zu einer Verrenkung der einzelnen Prothesenteile kommen. Auch eine frühe Lockerung des Implantats kann auftreten.  

Wie oft muss ich nach dem Kniegelenkersatz zur Kontrolluntersuchung?
Die ersten Kontrolluntersuchungen nach sechs und nach zwölf Wochen sind sehr wichtig. Dabei wird jeweils mit einem Röntgenbild untersucht ob die Prothese richtig und fest sitzt. Außerdem können Veränderungen wie z. B. Verkalkungen an der Kapsel oder die Reaktion der Knochen auf eine zementfreie Prothese gesehen werden. Ein Jahr nach der Operation sollte eine weitere Kontrolle statt finden. Der weitere Kontroll-Rythmus richtet sich vor allem nach Ihrem Befinden und sollte gemeinsam mit dem Arzt festgelegt werden. Im Allgemeinen rechnet man alle zwei Jahre mit Kontrollen. Bei jüngeren Patienten ohne Beschwerden reichen auch Kontrolluntersuchungen im Abstand von 3–5 Jahren aus.  

Wie lange hält eine Knieprothese?
Die durchschnittliche Haltbarkeit gängiger Knieprothesen liegt bei 15–20 Jahren. 

Was muss ich berücksichtigen, wenn ich ein künstliches Kniegelenk habe? 
Ihr persönliches Verhalten trägt entscheidend zum Erfolg der Operation bei. Setzen Sie nach der Entlassung aus der Klinik die gelernten physiotherapeutischen Übungen fort und beachten Sie folgende Punkte:

  • rollen Sie Ihren Fuß richtig ab
  • benutzen Sie Stockstützen beim Gehen
  • gehen Sie aufrecht mit gleich langen Schritten
  • tragen Sie Schuhe mit weichen, elastischen Sohlen 

Vermeiden Sie in den ersten 12 Wochen nach der Operation starke Belastungen des Knies durch Hocken oder Knien, Heben von Lasten, Gewichtzunahme, Überbelastung durch schwere körperliche Arbeit.  

Geeignete Sportarten sind:

  • allgemeine Gymnastik
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen 

Nicht geeignete Sportarten sind:

  • Sportarten mit ruckartigen Bewegungen
  • Ballsportarten
  • Tennis
  • Reiten
  • alpiner Skilauf
 
   
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