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16.01.2017 13:11 Alter: 330 days

24-Stunden-Rufbereitschaft


Herzkatheterlabor an der UEK Aurich mit 24-Stunden-Rufbereitschaft

Menschen mit Herzinfarkten werden an der Ubbo-Emmius-Klinik (UEK) in Aurich 24 Stunden am Tag/7 Tage die Woche behandelt - Herzkatheterlabor hat seit 2. Januar 24-Stunden-Rufbereitschaft installiert - Rettungsdienste sind entsprechend informiert

AURICH. Das Herzkatheterlabor an der UEK in Aurich hat mit Jahresbeginn sein Angebot auf 24 Stunden an 7 Tagen die Woche ausgeweitet. Die sogenannte Rufbereitschaft in der Nacht und an den Wochenenden ist insbesondere für Patienten mit einem akuten ST Hebungsinfarkt von großer Bedeutung. Das sind die schweren Herzinfarkte, bei denen die Ursache des Herzinfarktes – die Verstopfung eines Herzkranzgefäßes – innerhalb von 60 bis 90 Minuten beseitigt werden sollte. „Ein solcher Hebungsinfarkt ist vom Notarzt im Rettungswagen deutlich auf dem EKG zu erkennen. Wir werden in diesem Fall direkt informiert und erhalten das EKG bereits digital“, sagt Dr. Torsten Stein, Chefarzt der Auricher Kardiologie. Innerhalb von 30 Minuten ist das Herzkatheterlabor für den Eingriff vorbereitet, ein Operateur und zwei Katheter-Schwestern einsatzbereit.

Besonders stolz sind die Mitarbeiter auf die moderne und leistungsfähige Ausstattung des Herzkatheterlabors. „Wir sind den verantwortlichen Gremien für die Entscheidung einer so richtungsweisenden Investition zum Wohle unserer Patienten sehr dankbar, obwohl wir wirtschaftlich in schwerem Fahrwasser sind“, sind sich der Chefarzt und die Mitarbeiter einig.

Nach Eröffnung des Herzkatheter-Labors vor eineinhalb Jahren verbessert sich das Angebot für die Menschen im nördlichen Ostfriesland jetzt auch nochmals nachts und an den Wochenenden. Zuvor mussten alle Patienten nach Leer oder Westerstede gefahren werden. „Nach dem niedersächsischen Rettungsdienstgesetz sind wir verpflichtet, die Patienten nicht zum nächst gelegenen sondern zum nächst geeigneten Krankenhaus zu bringen“, erläutert Matthias Drüner, Oberarzt im Klinikum Emden und Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Emden. Bislang fuhren die Rettungsdienste aus Emden und dem Landkreis Aurich deshalb nach Leer oder Westerstede, jetzt gibt es mit dem Herzkatheter-Labor in Aurich eine weitere gleichwertige Option für die Patienten.

„Der Faktor Zeit spielt insbesondere bei den akuten Notfällen wie einem schweren Herzinfarkt oder einem Schlaganfall eine wichtige Rolle“, betont auch Dr. Peter Rupp, Direktor des Zentrums für Innere Medizin an der UEK. Darum sei es wichtig, dass Patienten mit Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen unverzüglich die Notfallnummer 112 wählen. Bei diesen Symptomen wird auch immer ein Notarzt mit alarmiert, der schnell die richtige Behandlung einleiten und die Klinik benachrichtigen kann. Beim Herzinfarkt wäre das Aurich, beim Verdacht auf Schlaganfall die entsprechende Stroke Unit im Klinikum Emden.

Alle drei Mediziner betonen in diesem Zusammenhang, dass eine Zentralklinik auch für diese akuten Notfallsituationen große Vorteile mit sich bringen werde. „Die Bündelung verschiedener Fachkompetenzen unter einem Dach verbessert die Versorgung insbesondere für Patienten in lebensbedrohlichem Zustand“, so die Einschätzung von Dr. Rupp. Außerdem lassen sich auch wichtige Angebote wie beispielsweise die 24 Stunden Bereitschaft in größeren Einheiten mit einem konzentrierten Patientenaufkommen attraktiver für die Ärzte und Pflegepersonal und zugleich auch wirtschaftlicher organisieren.

Die Zentralklinik ist Zukunft. Das Herzkatheter-Labor in Aurich ist die Gegenwart und ein gutes Beispiel für die aktuelle Leistungsfähigkeit der UEK. „Wir verbessern damit die medizinische Versorgung in der Region und komplettieren die Versorgung von Herzpatienten“, so Dr. Astrid Gesang, medizinische Geschäftsführerin der Trägergesellschaft Zentralklinikum Aurich-Emden-Norden. Schließlich gelte es, die Leistungsfähigkeit der drei Klinikstandorte in Aurich, Emden und Norden für die nächsten Jahre bis zur Errichtung der Zentralklinik auf einem hohen Niveau zu halten. „Das ist wichtig für die Patienten und das ist wichtig für einen guten Start der Zentralklinik“, so Dr. Gesang.

Stichwort

Alarmzeichen eines Herzinfarktes

Bei folgenden Alarmzeichen sollten betroffene Menschen oder ihre Angehörige sofort die Notfallnummer 112 wählen:
•        Schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen können
•        Starkes Engegefühl, heftiger Druck, Brennen im Brustkorb, Atemnot
•        Nächtliches Erwachen mit Schmerzen im Brustkorb


Erklärung

Herzkatheter-Untersuchung: Was ist das?

Ein Herzkatheter ist eine Untersuchung des Herzens, bei der mit Hilfe eines dünnen Kunstoffschlauchs
(Katheter) ein Kontrastmittel in die Herzkranzarterien gespritzt wird, die dann im Röntgenfilm beurteilt werden können. Untersucht werden dabei die Herzkammern und die Herzkranzgefäße. Zusätzlich kann der Arzt den Druck in den jeweiligen Herzkammern messen. Er erhält durch den Eingriff wichtige Informationen über die Pumpfunktion der Herzkammern, über den Schweregrad eventueller Herzklappenfehler und vor allem über den Zustand der Herzkranzgefäße.

Befinden sich Engstellen in den Herzkranzgefäßen, wird der Herzmuskel unter anderem schlechter mit Sauerstoff versorgt. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem Herzinfarkt führen. Entdeckt der behandelnde Arzt eine kritische Engstelle in den Herzkranzgefäßen, beseitigt er diese meist gleich während des Eingriffs. Der Herzkatheter kommt also nicht nur als Diagnoseverfahren zum Einsatz, sondern auch in der Therapie verschiedener Herzerkrankungen – beispielsweise eben auch bei oder nach einem Herzinfarkt.


 
   
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